Um 09:30 Uhr steigen wir aus dem Shuttle Bus und steigen trittsicher den Weg runter zum Amphitheater, zum Rendez-vous mit den Hoodoos. Im Morgenlicht stehen sie dicht in Reih und Glied, weiss, rot oder rosa gekleidet, gestreift oder uni, wartend auf uns. Einige haben ihre Gesichter unter unförmigen, übergrossen und schwer aussehenden Hüten versteckt, andere zeigen ihre reumütigen Antlitze. Ihre Münder liegen in tiefen Furchen, sind versteinert und schweigsam. Ihre Köpfe tragen sie auf langen dünnen oder kurzen dicken Hälsen aus wackligen Schultern wachsend. Es sind meist schlanke Gestalten, einige so gross, dass ihre Köpfe bereits in der Morgensonne glänzen und wir in ihren Schatten wandern können.  Viele von ihnen sind anonym, gehen unter in der Vielzahl eng beieinanderstehenden Individuen aber einige, besonders markante, kennt man beim Namen: Hammer, Hase, Schütze, Der Alte Mann, ET, Adler, sogar Queen Elisabeth weilt unter ihnen. Zeit ist relativ hier, obwohl Einstein nicht unter den Hoodoos weilt.

Nach einer Legende der Paiute Indianer, waren Hoodoos einst Lebewesen, die sich in dieser Umgebung herumtrieben, lange bevor die Indianer hierherkamen. Sie konnten sich in Menschenkörper verwandeln, doch im Gegensatz zu den wirklichen Menschen, waren sie bösartig. Sie stritten sich andauernd untereinander und später auch mit den wirklichen Menschen, so dass das Bild der echten und guten Menschen allmählich verblasste. Die lautstarken Streitereien dieser Wesen veranlasste Coyote, der Indianische Geist der Nacht, alle bösen Lebewesen unter ihnen zu versteinern. Eine grosse Ansammlung von Hoodoos stehen hier im Bryce Canyon National Park, eine magische Welt voller Geister der Vergangenheit.

Die Versammlung der schön weissen Wahweap Hoodoos allerdings, mussten wir uns mit einer staubigen Wanderung entlang eines ausgetrockneten Flussbettes im Grand Staircase-Escalante National Monument schwitzend erkämpfen. Für ein paar Stunden wanderten wir so stur wie selbstsicher im falschen Flussbett hinauf, bis wir einsehen mussten, dass sich hier kein einziger dieser Gesellen aufhält. Nach dem ganzen Weg zurück zum Auto, füllten wir nochmals unsere Wasserflaschen und eilten in der brennenden Sonne des Spätnachmittags ein anderes Seitental hinein, bis sie uns endlich aus der Ferne anstarrten. Zurufen oder Zuwinken konnten sie ja nicht, als versteinerte böse Lebewesen – geschieht ihnen recht! Doch wo ist eigentlich der Indianergott Coyote geblieben? Er hätte sehr viel zu tun, zu viel vielleicht, denkt bloss mal all die korrupten Staatschefs, Armeegeneräle, Finanzminister (nicht der Schweizer Baurer) und andere Bösewichte der Internetbranche, die unsere Daten klauen um ihre Wasserhähne zu vergolden, aus denen das Wasser von Nestle fliesst, das Goldwasser mit Vitamin B. Würde das Silikon Valley zum Hoodoo-Valley, Washington zu Hooshingtoon? Meine Güte, denkt mal nach, Iroonoos, Irookoos, Tüürkoos, die ganze Baalkoos Halbinsel, Ruusoos, und unsere Nachbarn, die Kleinkorrupten Itodoos.

Na ja !