Zuerst stark nordwärts um südwärts zu kommen!

Die Fähre der Alaska Marine Highway, die uns von Whittier über Haines, Juneau weiter in den Süden in wärmeres Klima bringen sollte, ist während der Wintersaison nicht im Betrieb, und überraschenderweise sind wir nun bereits in der Wintersaison! Weil wir nicht bis 23. März hier warten wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns auf dem Landweg, zuerst mal bis Haines, durchschlagen müssen. 1400 km über Berg und Tal, zuerst mal stark in nördliche Richtung, bevor in Tuk die Strasse südöstlich abzweigt. Der Zeitpunkt ist gut, denn in Haines beginnt am 6. November das Bald Eagle Festival, und wir wollen die vielen Weisskopf-Seeadler nicht verpassen! Doch zuerst bleiben wir nochmal ein paar Tage in Anchorage, bevor wir uns am 13. Oktober auf den Weg machen.

Der Glenn Highway führt uns im breiten Tal zwischen den Talkeetna und Chugach Mountains ein gutes Stück nordwestlich nach Glenallen, vorbei am Matanuska Gletscher, auf dem wir eher Akrobatik betrieben als zu Fuss unterwegs waren. Weiter bergaufwärts treffen wir auf den ersten Schnee und glitschige Strassen mit Temperaturen sich so um die Null Grad herum. Noch lassen wir den Wassertank im DaBa voll, in der Hoffnung, dass bei geheiztem Auto die Leitungen nicht einfrieren. Bei der Sheep Mountain Lodge, die einzige noch betriebene Unterkunft, campen wir zwei Nächte, nicht zuletzt, weil wir ihren Whirlpool benutzen dürfen. Wie wohlig warm es sich nach einer kalten Schneewanderung anfühlt, muss ich wohl nicht näher beschreiben.

Der Winter hat sich jetzt endgültig durchgesetzt. Auf schneebedeckter Strasse bis Glenallen und von dort weiter über den Tok Cut-Off («Abkürzung nach Tok») fuhren wir in drei Tagen bis Slana. Dort zweigt die einzige längere Strasse in den Wrangell-St. Elias National Park nach Nabesna ab, eine fast 70 km lange Schneepiste, die uns nahe an die beeindruckenden 400oer der Wrangell-Bergkette bringt. Hier um uns stehen 9 der 16 höchsten Berge der USA, und in ihnen über 150 Gletscher eingebettet, einer, der Malaspina, ist grösser als die Kantone Luzern, Schwyz, Ob- und Unterwalden, zusammen! Die einzige Park- und Übernachtungsmöglichkeit fanden wir vor der Slana Ranger Station, die geschlossen aber trotzdem beleuchtet war. In einer dieser Nächte passierte es, unser Wassersystem ist eingefroren, obwohl wir das Auto andauernd heizten. Die Warm- und Kaltwasserleitung zum Waschbecken bei der Küche ist zu nahe am Fahrzeugboden verlegt und zu schlecht gegen unten isoliert. Schade eigentlich, denn sonst könnten wir das Wassersystem aufrecht halten. Von jetzt an müssen wir Wasser in Kanister mit uns führen.

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