Im ehemaligen indianischen Jagdgebiet, an der Südseite der Georgian Bucht des Huronsees, liegen keine Jäger mehr auf Pirsch, sondern nur noch geplagte Grundstückeigentümer in Sorge um die Einhaltung der «no trespassing» (Betreten verboten) Schilder. Aufschriften wie Privatgrundstück, Nicht betreten, Jagen verboten, Achtung Privat, Lächle-du wirst gefilmt, Kein Durchgang, zeugen von ihrer Sorge, die offensichtlich proportional mit der Grenzlänge ihres Grundstückes steigt.  Die Privatgrundstücke sind riesig und meist unübersichtlich. Wälder, Bäche oder Hügelzüge werden geradlinig geschnitten, ihre Grenzen folgen keinen natürlichen Geländestrukturen. So passierte uns neulich, als wir mit dem Bike auf einem windigen Trail in wildem, eingeschnittenen Gelände unterwegs waren, dass wir plötzlich, aus einem Tobel kommend, auf der gepflegten Wiese einer Villa standen. NO TRESPASSING! stand auf einem Schild, doch wie weiter? Auch das Tobel hinter uns zierte dasselbe Schild, wir sassen buchstäblich in der Falle. Die Optionen waren kümmerlich: Gesetz übertreten entweder geradeaus, links, rechts oder hinten. Zeitsynchron mit unseren Abwägungen bewegten sich die Vorhänge der prächtigen Villa, zuerst scheinbar zufällig und trotzdem Auffällig. Kurz darauf ermahnte uns eine scharfkantige, schon ins Alter gekommene Frauenstimme, dass wir uns da unerlaubt auf ihrem Privatgrundstück befänden und dass sie uns deshalb eine Buse von 5 Dollars verlangen müsse. Unsere halbwegs ernst gemeinten Entschuldigungen halfen nicht wirklich weiter, auch nicht mein Angebot mit der Kreditkarte oder Schweizer Franken zu bezahlen. Hier nur noch so viel, wir kamen schlussendlich straflos davon, halblinks sozusagen (es gibt immer mindestens eine Option als man zuerst annimmt).

Diese Geschichte ist symptomatisch für den ganzen Blue Mountain Gebirgszug. Er gehört den Reichen mit ihren Villen und den vielen Skiklubs. Diese schlugen Schneisen in die Südflanke und bebauten sie mit Sessellifts für ihre Klubmitglieder.

Wir verbringen einige Tage im Craigleith Provincial Park, einer von wenigen, der bereits geöffnet ist. Endlich konnten wir die schon lang ersehnte, ausgedehnte warme Dusche geniessen und wundervolle Sonnenuntergänge.

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