Wie viele Sprachen spricht der Sankt-Laurenz-Strom und wie viele Namen trägt er in sich? Bestimmt unzählige, denn sein Einzugsgebiet ist gigantisch, er nährt viele Seen und reicht von Minnesota bis zum Atlantik. Wir lernten ihn im Nordosten unter französischem Namen kennen, als Fleuve Saint-Laurent, dort wo er schon fast ein Meer ist und sogar verschiedene Walarten beherbergt. Grosse Eisbrocken brachen dort vom Festeis und suchten sich einen kollisionsfreien Weg in Fliessrichtung. Weiter nordwestlich, im Montreal Eco-Museum, hörten wir von Indianer (First Nations – so die offizielle Bezeichnung der Kanadischen Ureinwohner, dass sie ihn auch Kaniatarowanenneh nennen. Dort tanzten nur noch kleine Eisstücke wie in einem kühlen Blue Curacao, munter dahin. Noch weiter oben, respektive südwestlicher, sprach er sich trocken und ohne Eis mit Saint-Lawrence-River an, trotzdem fanden wir eine neue Macht in ihm. Er trennt Kanada von den USA ab, momentan noch ohne Trump-Mauer. In all seiner Länge ist ihm einiges gemeinsam: Überwältigend und faszinierend, mal wie ein Meer, wie ein reissender Fluss, mal ein bewegter See, so etwa wie der Urnersee bei Föhn oder dann auch glatt wie ein Spiegel. Kalte Winde, mal leichter Regen und manchmal Sonnenschein war unser Reisebegleiter in diesem Abschnitt. Goodbye dear, wir ziehen weiter westwärts zu den grossen Seen, hoffentlich dem Frühling entgegen!